mambo.gif slogan.gif
Home arrow Andreas Bereich arrow Keine Verteidigung für Herrn Westerwelle Montag, 23 April 2018 
Home
Wir über uns
Andreas Bereich
Irinas Bereich
Julias Bereich
Download
Links
Kontakt
Impressum
Keine Verteidigung für Herrn Westerwelle PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Andrea   
Montag, 15 Februar 2010
15. Februar 2010

Heute habe ich mich über einen Artikel in der Rheinpfalz geärgert. Es wurde undifferenziert über das hohe Sozialbudget der BRD geklagt und zwischen den Zeilen wurden somit die unsäglichen Äußerungen von Herrn Westerwelle zur Anpassung der Hartz-IV-Sätze für Kinder verteidigt.  Zudem wurden die Bezieher von Kindergeld und Witwenrente ausdrücklich im Zusammenhang der hohen Sozialausgaben genannt. Ich überlegte schon, ob ich mich jetzt persönlich für den wirtschaftlichen Untergang der Republik verantwortlich fühlen muss und entschloss mich mir den Sozialbericht zuerst einmal selbst anzuschauen. Man kann ihn hier herunter laden: http://www.bmas.de/portal/33912/a101-09__sozialbericht__2009.html
Das Folgende ist mir aufgefallen:


Erstens bezahlt der Staat, d. h. der Steuerzahler, nur 35,3 % aller Sozialabgaben, der Rest wird durch Beiträge von Versicherten und Arbeitgebern finanziert. Diese Quote ist europaweit gesehen eher niedrig, wir stehen hier auf dem 15. Platz.

Zweitens bekamen 2009 die Altersrentner  (mit 32,8 %) und die Kranken (mit 28,7%) das meiste Geld aus dem Sozialbudget. Viel weniger landete bei den im Artikel explizit (und leicht vorwurfsvoll) erwähnten Gruppen, nämlich 6,9 % bei den Arbeitslosen, 9,5 % bei den Kindern und 6,9 % bei den Witwen und Waisen. Die hohen Kosten, die Alte und Kranke verursachen, hängen aber hat auch mit dem demografischen Wandel zusammen. Seit 1991 sterben in Deutschland jedes Jahr mehr Menschen als geboren werden und der Prozentsatz von Kindern, Jugendlichen und jüngeren Leuten geht ständig zurück. Meiner Meinung nach liegt hier die Hauptursache der immer weiter steigenden Sozialabgaben. Gegen die Überalterung der Gesellschaft aber haben weder Herr Westerwelle noch der Autor des Rheinpfalz-Artikels ein Rezept anzubieten. Eines ist jedoch sicher: Einsparungen auf dem Rücken der Kinder und Alleinerziehenden sind nicht nur unsozial, sondern das Problem der Sozialausgaben wird sich dramatisch verschlimmern, wenn sich immer weniger Menschen Kinder leisten können oder wollen. Darum kann, wer ein wenig über seine Nasenspitze hinaus sieht, das Karlsruher Urteil nur begrüßen und wird darauf hoffen, dass tatsächlich die Hartz-IV-Sätze für Kinder deutlich steigen werden. Darauf, dass man in Deutschland irgendwann Hand an die Wurzel des Problems legt und insgesamt mehr Geld für Kinder und Bildung ausgibt, wage ich schon gar nicht mehr zu hoffen.

Letzte Aktualisierung ( Montag, 19 Juli 2010 )
 
< zurück   weiter >
Neuigkeiten